Shifter-Bank Bedienungsanleitung
Was ist Shifter-Bank?:
Shifter-Bank ist ein VST-PlugIn für die PC-Plattform zur Erzeugung von mehreren tonhöhenverschobenen Versionen des Eingangssignals. Bei geringer Verstimmung der verschiedenen Stimmen zueinander (im Bereich zwischen wenigen Cents und einem Halbton) entstehen so Effekte, die man in Synthesizern oft als "Unisono" bezeichnet (in der Tat war es eine angeregte (und zum Teil aufgeregte) Diskussion über den Unisono-Effekt im Forum auf www.kvraudio.com, die mich zu diesem PlugIn motivierte). Das PlugIn kann daher also genutzt werden um einen "fetteren" Sound zu produzieren. Bei stärkeren Verstimmungen (mehrere Halbtöne) erinnert der Sound eher an Effekte die benutzt werden um Stimmen unkenntlich zu machen. Wie auch im Pitch-Shifter kommt ein delaylinebasierter Granularsynthese-Algorithmus zum Einsatz.
Technische Parameter:
Auf der linken Seite des PlugIns in einem extra abgeteilten Kästchen befinden sich die so genannten "technischen" Parameter des PlugIns, die zwar teilweise auch Einfluss auf den Klang haben, jedoch nicht in dem Sinne "musikalische" Parameter sind, da deren Einfluss auf den Klang in den Unzulänglichkeiten des verwendeten Verfahrens begründet ist:
- Window:
Es werden (pro Stimme) immer zwei Grains gleichzeitig abgespielt, wobei die Lautstärke jedes einzelnen Grains davon abhängt, wie weit sich der jeweilige tapOut (Ausgang) der Delayline "hinter" dem tapIn (Eingang) befindet. Da die Summe beider Output-Amplituden immer gleich 1 sein soll und die beiden Grains sich zur Hälfte überlappen, bieten sich als fade-in und fade-out Funktion ein Dreiecks- und eine cos^2 Funktion an. Naja zugegeben, das ist wohl eher was für Signalverarbeitungsfreaks, ich selbst höre auch kaum einen Unterschied zwischen beiden Varianten.
- GrainSize:
Dieser Parameter bestimmt die Länge der Signalabschnitte. Die Einheit ist Millisekunden. Wenn beim Pitch-Shifting Artefakte hörbar werden, kann eine Veränderung der Grainsize helfen diese zu minimeren bzw. klanglich zu beeinflussen.
Musikalische Parameter:
- Coarse:
Hier wird die maximale Tonhöhenverschiebung des Ausgangssignals grob eingestellt. Die Einheit sind Halbtöne. Wenn nur zwei zusätzliche Stimmen erzeugt werden ("Voices" = 2), dann wird die eine Stimme um genau dieses Intervall nach unten verstimmt und die andere Stimme um dasselbe Intervall nach oben. Bei mehr als zwei Stimmen werden noch Stimmen mit dazwischenliegenden Intervallen erzeugt.
- Fine:
Feinstimmung für die Tonhöhenverschiebung.
- FB:
Das Ausgangssignal einer Delayline ergibt sich immer als Summe der beiden (mit der Fensterfunktion multiplizierten) "tapOuts". Ein Pitch-Shifter der so arbeitet, kann natürlich auch sein Ausgangssignal auf den Eingang (den "tapIn") zurückkoppeln. Genau das passiert mit dem "FB"-Parameter. FB steht naheliegenderweise für Feedback. Da das Ausgangssignal ein pitch-geshiftete Version des Eingangssignals ist, entstehen so weitere, noch stärker geshiftete Versionen.
- Voices:
Anzahl der zu erzeugenden Stimmen (das Eingangssignal wird dabei nicht mitgerechnet). Es sind nur gerade Anzahlen möglich, damit es immer genauso viele nach oben verschobene wie nach unten verschobene Stimmen gibt. Die maximale Stimmenanzahl liegt bei 8.
- Dry/Wet:
Überblendregler zwischen Eingangssignal und Effektsignal.
- Stereo:
Dieser Regler bestimmt, wie die verschiedenen Stimmen im Stereo-Panorama verteilt werden. Bei -100% und +100% ist der Stereo-Effekt am größten.
Viel Spaß beim Mucke machen wünscht Braindoc.