Stereo-Flanger Bedienungsanleitung
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Was ist Stereo-Flanger?:
Stereo-Flanger ist ein VST-PlugIn zur Erzeugung von Kammfilter- und Flanger-Effekten. Ein Kammfilter verzögert das Eingangssignal um eine gewisse Zeit und mischt dieses verzögerte Signal mit dem Originalsignal. Durch Interferenz zwischen Originalsignal und verzögertem Signal entstehen Kerben (Notches) und Peaks im Frequenzgang des gemischten Signals - Peaks entstehen überall dort, wo Original- und verzögertes Signal in Phase sind und sich somit verstärken, Kerben entstehen dort wo die Phasenlage zwischen Originalsignal und verzögertem Signal genau 180° beträgt - hier löschen sich die beiden Signale gegenseitig genau aus. Die Positionen der Peaks und Kerben im Frequenzgang werden dabei von der Verzögerungszeit bestimmt, in jedem Falle aber folgen sie einer harmonischen Reihe, d.h. alle Peak- und Notch-Frequenzen sind ganzzahlige Vielfache einer bestimmten Grundfrequenz. Wenn man das Ausgangssignal der Verzögerungsstrecke ("Delayline") wieder auf ihren Eingang zurückkoppelt treten die Peaks im Frequenzgang stärker hervor - auf diese Weise lassen sich resonatorartige Effekte erzielen. Wenn die Verzögerungszeit der Delayline zeitlich moduliert wird (z.B. mit einem LFO), bewegen sich die Peaks und Kerben auf der Frequenzachse hin und her - dies bezeichnet man als "Flanging". Stereo-Flanger besitzt jeweils für linken und rechten Kanal eine eigene Delayline, deren Verzögerungszeit jeweils über einen LFO moduliert wird.
allgemeine Parameter:
- Trig:
Mit diesem Button werden die LFO's neu getriggert (d.h. auf ihre Startphase zurückgesetzt). MIDI Note-On Events auf Kanal 01 bewirken ebenfalls ein Triggern der LFO's.
- Lin/Exp:
Hier wählt man aus, in welcher Weise die Delayzeit moduliert werden soll. Es ist jedoch in diesem Falle zweckmäßiger, nich die Delayzeit selbst zu betrachten, sondern ihren Kehrwert. Dieser nämlich stellt die Grundfrequenz des Kammfilters/Resonators dar. Im linearen Modus wird diese Frequenz um genau den gleichen Betrag nach oben und unten moduliert, im exponentiellen Modus dagegen werden die Frequenzen um das gleiche musikalische Intervall nach oben und unten moduliert.
- Note:
Hier wird die mittlere Delayzeit der Delayline eingestellt - allerdings nicht als Zeitwert z.B. in Millisekunden sondern als Notenwert. Jeder Delayzeit ist nämlich eine bestimmte Frequenz zugeordnet, die dann als Grundfrequenz des Kammfilterfrequenzgangs auftritt - und dieser Frequenz wiederum kann ein Notenwert zugeordnet werden. Genau da passiert hier: aus dem Notenwert wird die Grundfrequenz für das Kammfilter berechnet, deren reziproker Wert ergibt dann die Verzögerungszeit. Dieser Regler ist übrigens auch über MIDI-Noten spielbar (auf Channel 02, Channel 01 ist zum Triggern der LFO's) - des weiteren reagiert die Delayzeit auch auf Pitchbend-Events.
- CFB
Dies sind die Crossfeedback-Regler. Sie regeln, wie stark das Ausgangssignal der einen Delayline auf den Eingang der jeweils anderen Delayline kreuz-rückgekoppelt wird.
- D/W:
Mischungsverhältnis zwischen Original- und Effektsignal.
- Vol:
Die globale Ausgangslautstärke.
Parameter für linken und rechten Kanal:
- Tune:
Hier wird eine (grobe) Verstimmung der Delayline zum oben eingestellten Notenwert eingestellt.
- Fine:
Hier wird zusätzlich eine Fein-Verstimmung der Delayline zum oben eingestellten Notenwert eingestellt.
- Vol:
Ausgangslautstärke der Delayline.
- Pan:
Panaoramaposition der Delayline.
- FB:
Das ist die Stärke der Rückkopplung. Die Einstellung erfolgt in Prozent. Der Regelbereich geht von -150 bis +150 Prozent - bei Beträgen größer als 100 wird das ganze System allerdings im allgemeinen instabil, d.h. es fängt an zu oszillieren. Dies ist dann vielleicht eher zur Erzeugung von ungewöhnlichen Klängen interessant.
- HP und LP:
Hier stellt man die Cutoff-Frequenzen eines in der Rückkopplungsschleife befindlichen Hochpass-Tiefpass Filterpaares ein. Zu beachten ist, dass sich der FB-Regler und die beiden Filter-Regler das Display teilen - hier wird immer der zuletzt veränderte Parameter angezeigt.
LFO-Parameter:
Direkt nebem dem Schriftzug "LFO" wird die Wellenform ausgewählt. Ansonsten gibt es folgende Parameter:
- Amt:
steht für Amount. Hier wird also die Tiefe der LFO-Modulation eingestellt. Die Einheit ist in Oktaven angegeben. Hierbei ist allerdings zu beachten, das im linearen LFO-Modus die Filter-Frequenz zwar um die eingestellte Anzahl von Oktaven heruntermoduliert wird, beim Hochmodulieren jedoch um genau die gleiche Frequenz-Differenz nach oben moduliert wird.
- Spd:
steht für Speed - hier stellt man also die Geschwindigkeit des LFO's ein. Die Einstellung erfolgt als Notenlänge.
- Phs:
Dies ist die Startphase des Oszillators, also derjenige Punkt innerhalb der Oszillatorwellenform, zu der der Oszillator zurückgesetzt wird, wenn er neu getriggert wird.
- Att:
Attack-Zeit eines Slew-Rate Limiters, der bei Oszillatorwellenformen mit harten Sprüngen die Anstiegszeit begrenzt - also eine Mindestzeit für Sprünge nach oben.
- Rel:
Release-Zeit des Slew-Rate Limiters. Dies ist die Mindestzeit für Sprünge nach unten.
- HPF:
Ebenfalls ist ein Hochpassfilter dem LFO nachgeschaltet um die Wellenform weiter zu formen. Dessen Cutoff-Frequenz wird hier eingestellt.
Viel Spaß beim Mucke machen wünscht Braindoc.